Welches ist das beste Videoformat? – Filme in hoher Qualität und verlustfrei abspeichern

Videocam als das Titelbild für Artikel über VideoformateDiese Frage wird sich jeder schon einmal gestellt haben, der nach dem Schnitt eines kleinen Filmchens sein Werk abspeichern oder einfach nur Material von einer Videocam importieren möchte: In welchem Format soll ich die Videodateien sichern?

Die Auswahl ist groß. AVI, MPEG, MPEG-2/-4, H.264, DivX, xVid, WMV, Theora, Real, 3gp, … Überaus schwierig hier einen Überblick zu behalten.

Darum möchte ich die Unterschiede der Typen etwas hinterleuchten und Empfehlungen für Formate in verschiedenen Einsatzgebieten abgeben.

Zunächst hat man zwischen den Elementen zu unterscheiden, welche die o.g. Formate sein können:

  • Container
  • Audio
  • Video

Die Bedeutung von Audio- und Video-Formaten dürfte sich selbst erklären: es ist die Art und Weise, wie Medien (hier Ton und Bild) komprimiert und gesichert werden. Der Container kommt bei Audio-Video-Dateien zu Einsatz. Er bildet die Verpackung für eine AV-Datei und komprimiert die enthaltenen Daten zusätzlich.

Es folgt nun eine Liste von bekannten Formaten und Containern. Dahinter je mögliche Dateiendungen.

  • Audio
    • Audio Interchange File Format (AIFF)
    • MPEG-1 Audio Layer 3 (MP3)
    • Apple Lossless Audio Codec (ALAC, M4A, MP4)
    • Free Lossless Audio Codec (FLAC)
    • Windows Media Audio (WMA)
  • Video
    • MPEG-1/-2/-4 Part 2 (VCD, SVCD, DivX-/xVid-AVI)
    • MPEG-4 Part 10 (auch: H.264; HD-DVD)
    • Theora (OGV)
  • Container
    • 3gp (3GP)
    • Flash Video (FLV)
    • Quicktime (MOV, QT)
    • DivX (DIVX)
    • Microsoft Advenced Streaming Format (ASF; WMV, WMA)
    • Microsoft Audio Video Interleave (AVI)
    • MPEG-1 (MPEG, MPG)
    • MPEG-2 PS/TS (MPEG, MPG)
    • MPEG-4 (H.264; MP4)
    • Ogg (OGG)

Welche Audio-/Video-Formate und welcher Container sind denn nun am Besten?

Man muss sagen: Das beste, perfekte und stets passende Format gibt es nicht. Es kommt auf den Fall an.

Was sich ebenfalls sagen lässt, ist, dass jedes Format sehr gut sein kann.

Hierzu muss man wissen, dass die Wahl eines richtigen AV-Formats stets ein Ballanceakt zwischen Dateigröße und Qualität ist. Wer 100%ige Qualität möchte, der darf mit seinem Speicherplatz nicht geizen. Wer wenig Speicherplatz verbrauchen möchte, der muss sich mit einem schlechteren Bild zufrieden geben. Dieses Prinzip lässt sich auf alle Audio- und Video-Formate anwenden.

Demnach ist es egal für welche Typen Sie sich entscheiden, hauptsache Sie schrauben die Bitrate nach oben, um die „beste Qualität“ zu erreichen.

Und trotzdem hat die Wahl eines passenden Containers und seinem Inhalt seine Vorteile…

Jedes Format, jeder Container wurde für eine andere Zielgruppe, andere Endgeräte und unter anderen Voraussetzungen entwickelt. Darum macht es beispielsweise keinen Sinn, ein 3GP-Video, welches für mobile Geräte entwickelt wurde, auf eine DVD zu brennen.

Um Sie bei der Entscheidung für die Komponenten etwas zu unterstützen, möchte ich zu einzelnen Formaten etwas schreiben und bspw. Einsatzorte klären.

  • 3gp: Entwickelt für mobile Endgeräte; Container ist in Verbindung mit MPEG-4 H.264 als Video- und AMR-WideBand als Audioformat empfehlenswert
  • MPEG-4 H.264: Passend für hochauflösende TV- und Video-Geräte, auch Computer; Empfohlen in MP4-Container mit H.264 als Video- und MP3 oder AAC als Audioformat
  • FLV: Gut für störanfällige Übertragungen (wie Internet); Unterstützt H.264 Bild und MP3 Ton
  • Quicktime: Kann Daten wie Spureninformationen und andere Kommentare enthalten; Ist deshalb häufig in Filmproduktionsfirmen vorzufinden

Ich hoffe ich konnte mit diesem Artikel Ihre Wahl für ein passendes Containerformat erleichtern.

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Kategorien: Multimedia, Musik und Sound, Software

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10 Kommentare zu “Welches ist das beste Videoformat? – Filme in hoher Qualität und verlustfrei abspeichern”

  1. Hallo!
    Ich konnte meine Frage nicht klären anhand Ihrer Erläuterungen. Ich habe eine HD-Handycam seit 2011 und es gelang mir noch nie, einen Film so auf eine DVD zu brennen, dass er sowohl in einem Laptop (WIN7) als auch mit einem handelsüblichen DVD-Player abspielbar war. Das sind doch wohl die gewöhnlichsten Ansprüche, die man haben kann. Als Software zur Filmbearbeitung nutze ich AVS Video Editor.
    Falls Sie einen sachdienlichen Tipp haben, wäre ich sehr froh!
    MFG Martin Minder

    • vitus37 sagt:

      Hallo Martin,

      Video-DVDs haben als ein gesonderter Spezialfall betrachten zu werden. Die sequenzielle Struktur des Mediums verbunden mit einer Reihe Hersteller-bezogener und lizenzrechtlicher Angelegenheiten lassen keine großen Freiheiten in der Wahl der Codecs.

      Grundsätzlich zu unterscheiden hat man zwischen der Video-DVD und der Daten-DVD. Letzteres kann grundsätzlich alle Datentypen sichern. Die Abspielbarkeit ist abhängig von der Abspielsoftware des verwendeten Computers/DVD-Spielers. Die Video-DVD ist das Format in welchem Kinofilme im Geschäft verbreitet werden. Als häufig verwendeter Videocodec lässt sich MPEG-2 betrachten. Audiocodecs sind etwa MPEG-1 oder DTS-Varianten. Siehe auch Wikipedia. Beide werden verpackt in eine Datenstruktur aus diversen IFO-, BUP- oder VOB-Dateien. Eine insgesamt recht komplizierte Angelegenheit.

      Die meisten Brenn-Programme können jedoch mit vielen Codec-Inputs umgehen und wandeln diese automatisch in nötige Formate um, wenn diese auf eine Video-DVD gebrannt werden. Für die Wiedergabe in ‘normalen’ DVD-Spielern ist die Verwendung der Video-DVD zu empfehlen. Wenige neuere Player unterstützen auch die Daten-DVD.

      Ob das von dir genannte Schnittprogramm Video-DVDs brennen kann, weiß ich nicht. Ich bin mir allerdings sicher, dass es für dein Betriebssystem eine günstige Burning-Suite gibt, vermutlich sogar kostenlos. Eine Anlaufstelle ist etwa die Softwarefirma Nero.

      Viele Grüße

  2. René sagt:

    Hallo
    Ich habe auch immer noch Fragen zu diesem Thema:
    Die importierten Dateien meiner HD Camera ist stets AVCHD. In meinem Programm (Pinnacle 14 HD) habe ich die Möglichkeit, den gerenderten Film in MPEG-2 TS oder aber in MPEG-4 HD auszugeben. Ich spiele die Filme dann vom Popcorn Hour C-200 ab. Welches Format würdest Du wählen?
    Danke für eine Antwort.
    Freundliche Grüsse
    René

  3. Fema sagt:

    hallo vitus,
    habe eine panasonic kamera, die fragt mich – wenn ich eine dvd-rw einlege – ob ich sie nachher bearbeiten will oder auf einem dvd-player abspielen will. wähle ich das format dvd-player ist alles kein problem. jedoch wenn ich sie für eine nachträgliche bearbeitung formatiere speichert sie die datein als *.vro ab. importiere ich diese in mein magix pro x5 gibt es da verschiebungen in ton und bild. d.h. ton wird zu falscher bildsequenz abgespielt. habe nun mit hilfe von DVD video converter eine MP4 datei erzeugt, doch mit massiven qualitätseinbussen. kannst du mir helfen? wäre super!!! DANKE

  4. Guter Beitrag, aber das beste Format wäre wohl ein unkomprimiertes Format in unkomprimierten Einzelbildern :)
    Wenn die Computer noch mal um den Faktor eine Milliarde besser werden, können wir solche Videos wie Textdateien speichern.
    Hier ein geiler Link zur Grösse von Youtube(Speicherplatz):
    http://www.live-counter.com/wie-gross-ist-youtube/

  5. harry sagt:

    hallo,
    habe wegen solchen Sachen zum mac gewechselt
    hier kann man mit iMovie die ganzen Sachen super machen
    später habe ich mir FCP X gekauft.

  6. Gerald sagt:

    Hallo
    Ich habe Videoformate gegogelt und mir einige Seiten gelesen. Und Komme immer zu dem Ergebnis das keine Seite MKV auffürt, sas find ich etwas seltsam
    Ich werde jetz noch mal nach MKV Format suchen.
    Nur Einzelzuch nervt zum Vergleichen.
    Ach So MP4 ist auch nirgens Auffeführt

    MFG Gerald

  7. Thomas Müller sagt:

    Du hast Dir sicherlich Mühe gemacht mit Deiner Veröffentlichung. Aber leider bietet der Bericht nur wenig Hilfestellung.
    Schlauer bin ich jetzt nicht.

  8. Pius sagt:

    Hallo Vitus, vielleicht kannst Du mir einen Tippgeben, welches Videoformat/Programm ich am besten verwenden soll, um Musikvideos zu erstellen: 50 mp3-Lieder (ca. 600MB) und ein statisches jpg-Bild (ca. 0,4MB). Im Moviemaker dauert die Konvertierung in ein mp4 ca. 16 Stunden (!) und die Datei wird auf über 2GB aufgeblasen was einfach zuviel ist. Bin für jeden guten Rat dankbar.
    Grüsse
    Pius

    • vitus37 sagt:

      Hi Pius,

      es gibt ein Kommandozeilen-Tool namens ffmpeg für diverse Konvertierungen und Schnipseleien. Zwar ein eher komplizierter Ansatz, damit aber garantiert in annehmbarer (Lade-)zeit möglich.

      LG Vitus

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