Home Server – HP ProLiant MicroServer N40L

Endlich komme ich dazu, mein neuestes Spielzeug vorzustellen und meine Erfahrungen zu berichten. Ich habe mir einen HP ProLiant MicroServer N40L zugelegt und nutze ihn nun als Home Server.

Wenn jemand eine Frage zu dem ProLiant hat, dann hinterlasst doch einen Kommentar! Ich antworte gerne.

In diesem Artikel möchte ich von meinen Erfahrungen über Benutzung, Installation, Wartung, etc. schreiben, damit nicht nur ich etwas davon habe.

Ursache

Grund für meinen Wunsch nach diesem Gerät war nicht ausschließlich meine Sehnsucht nach einem neuen Spielzeug. Ich wollte den Netzwerkkomfort meiner Familie erhöhen und eine entfernte Workstation für meine Webprogrammierung schaffen. Meine Ansprüche waren demnach recht hoch:

  • File Server
  • Media Server
  • Webserver
  • Version Control Server
  • Backup Server

Da kommen dann doch einige Dienste zusammen. Ich habe lange nachgedacht, ob es nicht ein NAS auch tun würde, bin aber zum Entschluss gekommen, dass es mir vermutlich nicht die selbe Vielfalt an Möglichkeiten und Freiheiten eines „echten”, selbst aufgesetzten Serversystems bieten können wird.

Installation

Die Anlieferung des Servers war super. Ausreichendes Zubehör und eine ordentliche Verpackung waren gegeben.

Die Installation des Betriebssystems erwies sich jedoch als schwieriger. Ich hatte mich für Ubuntu Server 11.10 Oneiric Ocelot in der 64-bit Version entschlossen, da ich bereits lange mit einer Desktop-Version der selben Linux-Distribution arbeite und ich mich demnach recht gut damit auskenne.

Meist wird ein neues Betriebssystem mit Hilfe einer CD aufgesetzt. Da in meinem ProLiant leider kein CD-Laufwerk verbaut ist (5,25″-Schacht ist zum Nachrüsten aber gegeben), musste ich es mit einem USB-Stick (Anschlüsse hat der N40L sechs Stück) versuchen. Ich konnte booten und die Installation schien normal anzulaufen, bis mir die Meldung „CD-Laufwerk nicht gefunden“ entgegen geworfen wurde. Wozu dieses nötig ist, ist mir ein Rätsel, nach meinen Recherchen scheint dies jedoch ein Problem mit Ubuntu zu sein, nicht mit dem Server. So kam ich jedenfalls nicht weiter.

Umständlich habe ich die mitgelieferte Festplatte ausgebaut und in ein externes SATA-Festplattengehäuse gesteckt. Dieses konnte ich per USB mit meinem Desktop-Ubuntu verbinden und die Server-Version darauf installieren. Danach habe ich die Festplatte wieder in den ProLiant eingesetzt und voilà, es funktioniert.

Ausstattung

Meine Ansprüche an den Heimserver sind nicht gering, aber ein sauberes Linux mit aptitude-Paketverwaltung und den Ubuntu-Paketquellen lassen keine Wünsche offen. Konkret installiert habe ich grob:

  • Apache 2
    • PHP 5.3
    • MySQL 5.1
    • phpMyAdmin 3.4
    • Subversion
  • Samba Fileserver
    • SWAT – Samba Web UI
  • vsftpd FTP Fileserver
  • Mediatomb UPnP Server
    • Web UI
  • netatalk AFP Server
    • Time Machine Backup Server
  • SSH Server (Wartung und Steuerung)

Betrieben wird die Maschine derzeit mit einer 250 GB (ext4) und einer 500 GB Festplatte (NTFS).

Jeder Netzwerkbenutzer hat ein eigenes Benutzerkonto in Ubuntu erhalten, mit welchem er neben der Public-Freigabe auch Zugriff auf ein eigenes Home-Verzeichnis hat.

Leistung und Verbrauch

Bei der Leistung kann ich nicht meckern. Die Zugriffe sind flott. Scripte werden im 1,5 GHz Dual-Core-Herz zügig ausgeführt. Über das Gigabit-Ethernet liegt die Schreibgeschwindigkeit via Samba auf der Festplatte bei guten 30 Mb/s. Das Streamen von Musik und Videos zu mehreren Rechnern gleichzeitig funktioniert ebenfalls problemlos.

Konkret zum Verbrauch kann ich noch nichts sagen. Laut Spezifikation liegt die maximale Leistung des Netzteils bei 150Watt. Da ich nur zwei Festplatten verwende, sollte ich mit dem Stromverbrauch sehr deutlich unterhalb dieses Wertes liegen. Bei niedriger Beanspruchung takten sich die CPU-Kerne auf 800 MHz runter.

Siehe Kommentar von Alan

Ich plane bald die genaue Leistung des N40L mit einem Messgerät zu ermitteln. Auch möchte ich herausfinden, wie stark ich den Stromverbrauch mit dem Linux-Tool „PowerTop“ beeinflussen kann. Das Ergebnis reiche ich hier nach.

Fazit

Ich bin rundum zufrieden mit meiner Anschaffung. Ich hatte noch nie ernsthafte Probleme mit dem HP ProLiant MicroServer N40L, er läuft sehr sauber. Das Gerät fügt sich wunderbar in das aus Linux-, Microsoft- als auch Apple-Produkten bestehende Heimnetzwerk. Die Leistung lässt keine Wünsche offen und die Möglichkeiten eines Linux Ubuntu schon garnicht.

Ich empfehle das Gerät jedem, der aus seinem Heimnetz ein echtes Multitalent machen möchte und dabei die Konsole nicht scheut. Wer sein Netz lieber im Stil Plug’n'Play bereichern möchte, ist mit einem NAS vermutlich besser beraten.

HP MicroServer AMD TurionII N40L DualCore 1.50GHz 1x2048MB 1x250GB SATA ColdPlug integ SATA RAID 01
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Kategorien: Computer und Hardware, Multimedia, Off-Topic

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20 Kommentare zu “Home Server – HP ProLiant MicroServer N40L”

  1. JJHans sagt:

    Super Artikel danke.

    Wie ist es nun um den Stomverbrauch bestellt und wie mit der Lautstärke?

    Bei mir würde er die Dockstar ersetzen, da ich einfach etwas mehr Leistung brauche ;)

    Hans

  2. Alan sagt:

    Stromverbrauch bei 4GB mit 2 Platten bei mir unter 30W

    Stromverbrauch bei 4 Platten + Systemplatte kann je nach OS bis auf 70W hoch gehen (unter Exsi ist der Peal, weil CPU PowerManagement unter Exsi nicht geht).

    Ich denke mal normal sind 30-50W als Peak und ca. 30-35normal….idle kann ja weiter runtergehen.

    Mein alter NAS verbrauchte 21W aber was langsam und eingeschränkt, da nehme ich das Mehr an Watt gerne in Kauf.

    der N40l ist geil.

    • vitus37 sagt:

      Vielen Dank für diese Infos!

      Da scheint der Verbrauch tatsächlich sehr deutlich unter der Netzteilleistung zu liegen. Schöne Nachricht. :) Ich bin noch immer nicht dazu gekommen, mit einen Watt-Zähler zu kaufen. Ich möchte aber noch immer herausfinden, wie stark PowerTop den Verbrauch beeinflusst.

  3. [...] zahlreichen Shopping-Seiten wund geklickt und mehr als einmal komplette DIY-Alternativen wie etwa dieses Proliant-Setup in Betracht gezogen. Inzwischen ist die Entscheidung gefallen. Auf die DiskStation 412+ von [...]

  4. rtax sagt:

    tach welches file system hast du verwendet ?
    habe es schonmal mit freenas probiert doch das mit unpnp ist mir dort zu kompliziert ..

    lg

    rtax

  5. Audiocrush sagt:

    Das Problem mit dem “CD-Rom Laufwerk nicht gefunden” liegt an der verwendeten Syslinux-Version deines Ubuntu-Setup USB-Sticks.
    Mit 3.72 hat es bei mir immer ganz Prima funktioniert. Probier etwas mit verschiedenen Verstionen herum. Das gleiche Problem tritt auch auf wenn man eines ESXi-USB Stick zum installieren bauen will. Die ganzen USB-Creator Tools haben da scheinbar den bogen noch nicht so ganz raus mit mehreren Syslinux Versionen zu arbeiten.

  6. Markus sagt:

    Hallo,
    kann man auf den Server auch via Internet von einem anderen Ort zugreifen? Oder muss man sich im Heimnetzwerk befinden?

    Vielen Dank für den informativen Artikel!

    Lg

    • vitus37 sagt:

      Hallo Markus,

      ob der Server aus dem Internet ansprechbar ist, ist eine Sache der Konfiguration. Grundsätzlich ist das aber natürlich möglich.

      Nötig ist dafür in erster Linie die Öffnung der entsprechenden Ports am Netzwerkrouter nach außen hin. Für einen HTTP-Webserver ist das bspw. meist Port 80.

      Sinnvoll kann es des Weiteren sein, sich beim Internetprovider eine feste IP-Adresse zu erfragen oder einen DynDNS-Service zu nutzen. Ansonsten wechselt die IP alle 24h und der Server ist nie einheitlich erreichbar.

      Viele Grüße

  7. Jo5 sagt:

    Hallo,

    hat das Teil einen Grafikchip?

    Gruß,
    Jo5

    • vitus37 sagt:

      Nein, eine Grafikkarte ist nicht verbaut. Ich habe jedoch gelesen, dass sich eine nachrüsten lässt, etwa über den PCIe-Slot.

      Gruß

    • Caerwynn sagt:

      ja grafikchip is verbaut/ aufgeloetet

  8. Caerwynn sagt:

    Ich haette da mal eine kleine Frage bezueglich Proliant und Betriebssystem.
    Man hat ja die Moeglichkeit entweder mit dem Fake-Raid-Controller ein 0,1 oder 01er Raid zu basteln. wuerdest du das empfehlen oder unter debian ein raid aufsetzen.
    Kurz zur erlaeuterung: ich moechte auf meinem microserver debian (das auf einer 60gb grossen ssd installiert ist) mit 4 x wd red 3TB betreiben (entweder 2x Raid 1 oder ein klassischer raid 10 verbund wobei mir die vorteile des strippen egal sind). auf dem grundsystem debian will ich mehrere virtuelle maschinen aus der ueberlegung herraus wenn sich die virt. maschine in wohlgefallen aufloesst kann ich den raid an einer kopierten virt. maschine weiter betreiben.
    Meine frage ist also lieber das fake-raid vom proliant oder das softwareraid von debian?

  9. a63 sagt:

    Ich stehe bei der Installation der Ubuntu Server-Version vor dem gleichen Problem (kein CD-ROM, dazu auch noch kein Monitor/Tastatur). Ich kann von meinem USB-Stick eine Ubuntu Live-Version starten. Aber wie bekomme ich dann auf die Serverplatte (bei mir SSD) über SATA/USB angeschlossen eine Serverinstallation hin?

    Grüße
    a63

  10. slomov sagt:

    aber Onboardgrafik hat er schon .. inkl. ausgeführtem vga Ausgang

  11. OCobi sagt:

    Hallo,

    die Frage mit dem Geräusch wurde wohl noch nicht beantwortet. Das würde mich schon interessieren. Ob man ihn im Arbeitszimmer stehen haben kann oder doch besser im Keller oder Flur?

    Ich weiß jetzt nichts darüber ob man Windows Server 2008R2 via USB Stick installieren kann. Würde es auch reichen ein externes DVD-Laufwerk über USB anzustecken und das OS von dort aus zu installieren?

    lg

    • vitus37 sagt:

      Die Lautstärke ist vergleichbar mit einem älteren PC-Tower. Der Lüfter läuft – zumindest bei mir – durchgehend. Ich würde den ProLiant auf keinen Fall neben dem Schreibtisch stehen haben wollen, auch im Arbeitszimmer eher nicht. Bei mir steht er im Keller.

  12. Usman sagt:

    Danke für den Beitrag.
    ich möchte auch diesen Server kaufen.
    Was ist nicht verstehe ist, warum in Teich.-Details davon die rede ist:
    4x 3,5 Zoll (8,9 cm) intern
    1x 5,25 Zoll (13,35 cm) extern

    Was heißt hier extern und intern. Wird Ubuntu auf die eine externe Festplatte installiert?

    Vielen Dank!

    Viele Grüße
    Usman

  13. sad sagt:

    Hallo Vitus,
    habe mir vor kurzem einen N54L gekauft um ihn mit Windows 8 bzw. Windows 8.1 zu betreiben. Windows 8 deshalb, weil die neuen Funktionen Dateiversionsverlauf und Speicherplätze (Speicherpool) m. E. genial sind und eine Serversoftware – im Privatbereich – überflüssig machen. Bei mir jedenfalls – auch ist eine Beschränkung auf 10 Clients (WHS 2011) nicht vorhanden. Alles andere ist mir zu teuer!
    Der N54L läuft mit Windows 8 32-/64-Bit mehr als hervorragend und kann von mir daher nur weiterempfohlen werden. Windows 8.1 lässt sich jedoch nicht installieren – egal ob 32- oder 64-Bit. Wissen Sie zufällig etwas darüber? Durchforste schon seit Stunden ohne Erfolg das Netz.
    Meine N54L BIOS-ID ist 041 und die BIOS-Version ist 07/29/2011.
    Grüße

  14. Jogibogo sagt:

    Interessanter Bericht , überlege mir auch so ein babyzu kaufen

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